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Drogenhilfe

Leitbild

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Sucht

Sucht ist eine chronische Erkrankung. Das Betäubungsmittelgesetz und die sich hieraus ergebenden
Konsequenzen bilden einen strukturellen Rahmen, der für viele negative Begleiterscheinungen (Stigmatisierung, Kriminalisierung, Verelendung etc.) verantwortlich ist. Denn nicht ausschließlich die
Drogen, die Substanzen an sich, machen das so genannte Sucht- bzw. Drogenproblem aus, sondern
auch die Art und Weise des Umgangs und die Problemdefinition durch gesellschaftliche Akteure.
Neben dem gesamtgesellschaftlichen Kontext ist bei der Entstehung von Drogenabhängigkeit stets
das soziale Beziehungsgefüge der Abhängigen mitentscheidend und -betroffen. Deswegen gehören
zu den Zielgruppen des Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. alle Menschen und Institutionen im Umfeld
einer drogenabhängigen oder gefährdeten Person, und darüber hinaus interessierte Bürger*innen
und andere Interessensgruppen des Sozialraums Düsseldorf.

Wahrung von Würde und Autonomie

Zur Würde des Menschen gehört, über die Art des Umgangs mit den eigenen Lebensumständen
soweit wie möglich selbst entscheiden zu können. Wir respektieren, dass Menschen Drogen konsumieren. In allen unseren Bemühungen beabsichtigen wir, Menschen darin zu unterstützen, die Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und die Motivation für schadensminimierende oder
drogenfreie Verhaltensstrategien zu stärken. Aus diesem Grund sind die Angebote des Düsseldorfer
Drogenhilfe e. V. nicht einem Abstinenzparadigma unterworfen, sondern akzeptanzorientiert und
(auch) niedrigschwellig. Es geht um ein klientelzentriertes und damit differenziertes Angebot, das
helfen soll, die Handlungs- und Entscheidungsspielräume unserer Klient*innen zu erweitern und
dabei deren jeweiligen Entwicklungspotenziale zu berücksichtigen. Dies bedeutet praktisch die Sicherung des Überlebens und (Rück-)Gewinn von individuell unterschiedlich bestimmter Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe. Dabei kann Konsumreduktion und Abstinenz von Drogen ein
individuelles Ziel sein. Weitere Angebote bestehen für Angehörige und Bezugspersonen drogenkonsumierender Menschen, die sich häufig aufgrund der emotionalen Bindung zum/zur Süchtigen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sehen. Wir möchten mit unseren Hilfen Anteilnahme,
Unterstützung und Handlungsorientierungen bieten.

Bedeutung von Inklusion

Der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. unterstützt Menschen darin, gemäß ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und dieses mitzugestalten. Das Ziel einer Inklusion kann dabei stets nur in kleinen, dafür aber gangbaren und vielgestaltigen Schritten verfolgt
werden. Eine Voraussetzung dazu ist die Selbstbemächtigung von Menschen, denen es oft vor allem
an Vertrauen in die eigenen sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten mangelt. Unterstützende
Grundsätze

Hilfen auf dem Weg zur Inklusion bietet der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. in Form von Wiedereingliederung ins Erwerbsleben und durch vielfältige Angebote kultureller und politischer Partizipation.
Mit Blick auf den sozialen Kontext tritt der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. offensiv dafür ein, bestehende Ausgrenzungen und Stigmatisierungen in vielen Lebensbereichen von Drogenabhängigen abzubauen, durch Aufklärung in der Öffentlichkeit und Parteilichkeit im politischen Diskurs.

Interkulturelle Öffnung

Die zunehmende Anzahl von Klient*innen mit Migrations- oder Fluchthintergrund erfordert eine
Fokussierung von deren spezifischen Lebensumständen, Problemen und Ressourcen. Deswegen
nimmt der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. auch die vorhandenen juristischen, sprachlichen und kulturellen Barrieren in den Blick, um diese – soweit möglich – abzubauen zu helfen und so eine interkulturelle Öffnung zu ermöglichen. Oft behindern diskriminierende Begrenzungen wie das Asylbewerberleistungsgesetz adäquate, menschenwürdige medizinische und soziale Hilfen. Voraussetzung
für eine interkulturelle Öffnung ist ein niedrigschwelliger Zugang für Klient*innen, die zumeist besonders große Hemmungen haben, sich mit ihrer Drogenabhängigkeit gegenüber Institutionen und
deren Mitarbeiter*innen zu offenbaren. Empathie, Wertschätzung und angepasste niedrigschwellige Beratungs- und Versorgungsangebote sind hier besonders ausschlaggebend für eine erfolgreiche Anbindung an das Hilfesystem.

Hilfen aus einer Hand

Der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. bietet Hilfen aus einer Hand. Die Übergänge beispielsweise von
der Prävention zur Beratung können ebenso fließend sein wie aus Angeboten der Überlebenshilfe
in weiterführende Beratungsangebote wie beispielsweise Vermittlung in Substitution, Entgiftung
und Entwöhnungsbehandlung. Im Anschluss an Entwöhnungsbehandlungen können beim Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. unterschiedliche Angebote der Nachsorge in Anspruch genommen werden.

Vernetzung im Sozialraum Düsseldorf

In Düsseldorf ist der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. ein Teil des medizinischen und sozialen Versorgungssystems und mit städtischen und anderen institutionellen Hilfen vernetzt. In Düsseldorf gibt
es unterschiedliche soziale Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe und andere, die auch von Suchtkranken aufgesucht werden. Hierzu gehören Suchtberatungsstellen, Substitutionsstellen, medizinische und pflegerische Dienste, eine Entgiftungseinrichtung, stationäre Einrichtungen für Wohnungslose und Suchtkranke, ambulante niedrigschwellige Einrichtungen für Wohnungslose und Suchtkranke, Notschlafstellen bzw. Obdachlosenunterkünfte, Einrichtungen der Jugendhilfe, Aidshilfe
Düsseldorf e. V., niedergelassene Psychotherapeut*innen etc.
Der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. beteiligt sich in diesem Kontext an unterschiedlichen Gremien
und an fachlichen Abstimmungen, Vorbereitungen oder Entscheidungen zu suchtspezifischen Themen.


Ökologisch verantwortliches Handeln

Der Verein ist sich seiner Verantwortung für Umwelt und Klima bewusst. Wesentlich sind dabei erstens der Schutz der Klient*innen und der Umgang mit möglichen klimabedingten Beeinträchtigungen auf die Dienstleistungserbringung des Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. Zweitens gibt es die gesellschaftliche Verpflichtung, einen Beitrag zu leisten zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und
Grundsätze gegen das Fortschreiten der Klimaerwärmung. Menschen, deren Leben sich aufgrund von Obdachlosigkeit und anderen Drogenszene-typischen Umständen vor allem auf der Straße abspielt, sind
erhöhten Gefährdungen durch das Klima wie extremen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung
und Unwettern ausgesetzt. Der Düsseldorfer Drogenhilfe e. V. bietet mit niedrigschwelligen Angeboten Zuflucht und mit angepassten Dienstleistungen sowie Beratung praktische Hilfe. Eine lebenswerte Umgebung und der Erhalt der natürlichen Umwelt sind wichtige Voraussetzungen für Wachstum und Veränderung bei Menschen in schwierigen Lebenssituation. Es geht in einem weiten Sinn
um den gleichermaßen achtsamen Umgang mit inneren wie äußeren Ressourcen